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RSSPrint

Freitag, 27. Oktober 2017

Abschlusskonzert in Afrika. Foto: Samuel Jersak.

Abschlusskonzert in Afrika. Foto: Samuel Jersak.

Müde und ein wenig übernächtigt landen wir nachmittags in Berlin-Schönefeld. Eine ereignisreiche Woche in Äthiopien und Kenia geht zu Ende.

Spuren der Reformation: die Lutheraner sind in Äthiopien die zweitgrößte christliche Gruppierung. Diese Spuren finden sich im ganzen Land, im Inneren und Äußeren: die Musiker, mit denen wir gespielt haben, musizieren regelmäßig auch in lutherischen Gemeinden, einer unterrichtet an der lutherischen Kirchenmusikhochschule. Es finden sich Kirchen, Schulen, Krankenhäuser mit Luthers Namen. Das hätte ich so nicht erwartet.
In Kenia dagegen sind die Lutheraner nur eine kleine christliche Minderheit, wie auch in so vielen anderen Ländern dieser Erde.

Welche Eindrücke werden mir besonders in Erinnerung bleiben? Vor allem das Erleben der Gastfreundschaft, wo immer wir hinkamen. In beiden Ländern hatten wir das Gefühl, mit offenen Armen empfangen zu werden, nie mussten wir Angst haben, aufgrund unserer Herkunft oder Hautfarbe irgendwelchen Anfeindungen ausgesetzt zu sein. Wie sehr würden wir uns das auch für Deutschland wünschen! Pfarrer Falke berichtete von einigen Familien mit einem deutschen und einem kenianischen Partner, die sich für ein Leben in Kenia entschieden haben, weil sie und ihre Kinder in Deutschland immer wieder rassistischen Anfeindungen ausgesetzt waren. Was für ein Armutszeugnis für uns und unser Land!

In guter Erinnerung bleiben natürlich auch unsere beiden Konzerte im Goethe-Institut Addis und in der deutschen Gemeinde Nairobi und das damit verbundene Zusammentreffen mit Musikern anderer Kulturen. Welch großes Geschenk ist doch die Musik, die Menschen über Grenzen hinweg verbindet und Kulturen zusammenführt! Aber auch das Radiointerview bei AfroFM und der Besuch der German Christian School in Addis und auf der anderen Seite das hautnahe Erleben der politischen Spannungen in Kenia und der ganz unterschiedliche Umgang der Menschen damit werden uns im Gedächtnis bleiben.

Ein herzlicher Dank gilt allen, die diese Reise ermöglicht, organisiert und unterstützt haben, der deutschen Botschaft und der deutschen Gemeinde in Addis, namentlich besonders Julia Hüttenrauch und Pfarrer Jacobi. Und der deutschen Botschaft in Kenia, die das Konzert trotz der angespannten politischen Lage veranstaltet hat und Pfarrer Falke von der deutschen Gemeinde, der sich liebevoll um uns gekümmert hat. Und natürlich der EKBO für die Möglichkeit, durch diesen Blog von der Reise zu berichten. (SJ)

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Auf Safari im Nairobi Nationalpark. Foto: SJ.

Auf Safari im Nairobi Nationalpark. Foto: SJ.

Nach dem vollen Programm der letzten Tage gönnen wir uns heute einen Tag voller Freizeitprogramm unter der Obhut von Pfarrer Herbert Falke.

Dies ist aber vor allem der Tatsache geschuldet, dass heute Wahlen in Kenia sind und mit Unruhen gerechnet werden muss. Aus diesem Grund wurde spontan ein Urlaub ausgerufen, der das ganze Land in einen Dornröschenschlaf zu legen scheint: Autostrecken, für die man sonst Stunden braucht, legt man in kurzer Zeit zurück, weil die Straßen wie leergefegt sind. Geschäfte und Malls sind geschlossen. Es sind kaum Menschen auf den Straßen zu sehen.

Zunächst fahren wir zu einem Elephant Orphanage, wo Elefantenwaisenbabies großgezogen werden. Das ist extrem beeindruckend und auch die Hintergründe, die erklärt werden, sind sehr aufschlussreich. Danach begeben wir uns in den Nairobi Nationalpark, den wir im eigenen Auto erforschen dürfen. Wir sichten Impalas, Zebras, Giraffen, Büffel, Nashörner und sogar einen Löwen. Nur die Krokodile haben sich vor uns versteckt. Es ist wunderschön und wir genießen den Tag in freier Wildbahn in vollen Zügen.

Abends gehen wir noch indisch essen. Die britische Kolonialzeit hat Kenia auch essenstechnisch sehr geprägt. Von den Unruhen, die es vor allem im größten Slum Nairobis, Kibera, und in anderen Landesteilen Kenias gibt, bekommen wir nichts mit. Müde verabschieden wir uns von Pfarrer Falke und seiner Frau und auch von Nairobi, denn morgen müssen wir leider schon wieder die Heimreise antreten. (SJ)

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Bassist Martin Simon, der afrikanische Sänger Erik Wainana und Samuel Jersak (v.l.n.r.). Foto: SJ.

Bassist Martin Simon, der afrikanische Sänger Erik Wainana und Samuel Jersak (v.l.n.r.). Foto: SJ.

Reise- und Konzerttag

Um 7.30 h startet der Shuttle zum Flughafen, um kurz vor 10 hebt der Flieger ab Richtung Nairobi. Beim Check in gibt es eine kurze Verzögerung und Diskussion wegen der Gelbfieberimpfung, da wir aus Äthiopien einreisen. Letztendlich geht aber alles gut und wir fahren direkt zum Botschaftsgelände, auf dem sich auch die Kirche der deutschen Gemeinde befindet.

Im Garten ist die Bühne schon für uns bereit und wir starten direkt die Probe mit Marvin, unserem kenianischen Gastschlagzeuger. Das Konzert sollte eigentlich am Donnerstag stattfinden. Da aber am gleichen Tag Wahlen in Kenia sind und einige Unruhen erwartet werden, wurde das Konzert um einen Tag vorverlegt. Stress für uns, aber hoffentlich zum Guten für alle.

Das Konzert beginnt deshalb auch schon um 17 Uhr und entwickelt sich zum fantastischen Konzertabend, auch wenn es zwischendurch aufgrund der Regenzeit einige heftige Gewitterschauer gibt. Aber wir sind alle gut überdacht, deshalb ist es kein Problem. Ungefähr 250 Gäste lauschen aufmerksam unserem Programm und singen und feiern auch kräftig mit.

Nach unserem Set spielt noch der in Kenia sehr bekannte Sänger Eric Wainaina mit seiner tollen Band. So verleben wir alle einen wunderbaren Abend und sind sehr glücklich, hier zu sein! (SJ)

Dienstag, 24. Oktober 2017

Zu Besuch in der German Church School in Addis. Foto: Samuel Jersak.

Zu Besuch in der German Church School in Addis. Foto: Samuel Jersak.

Unser Tagesprogramm heute begann mit einem beeindruckenden Besuch der German Church School in Addis, die sich auf dem Areal der deutschen Gemeinde befindet. Die Besonderheit ist, dass dort schon seit 45 Jahren Inklusion betrieben wird. Da die Schule von der Christoffel Blindenmission mit aufgebaut wurde, waren hier von Anfang an viele sehbehinderte und blinde Kinder, inzwischen sind dort aber auch Kinder mit anderen Einschränkungen, die zuerst in Sonderklassen lesen und schreiben lernen, um dann am normalen Schulunterricht teilnehmen zu können. Es gibt darüber hinaus auch zwei Schulsozialarbeiter und eine Krankenschwester, die auch viel Aufklärungsarbeit leisten.

Wir hatten wirklich das Gefühl, dass hier großartige Arbeit geleistet wird und die Kinder extrem dankbar sind für die Möglichkeit, in die Schule gehen zu können!

Zum Mittagessen waren wir beim Pfarrer der deutschen Gemeinde, Karl Jacobi, eingeladen, mit dem wir einen regen Austausch über das Leben in Addis hatten. Von dort war es zum Glück nicht weit zum Goethe-Institut, wo wir den ganzen Nachmittag mit Proben verbrachten, bevor dann um 18 Uhr unser Konzert losging.

Es waren viele unterschiedliche Menschen da, Deutsche, Äthiopier, andere Leute der international Community, Studenten, Musiker, ein ganz bunt gemischtes Publikum, das sich sehr interessiert unser Programm "Freiheit" anhörte. Es war großartig und wir konnten im Anschluss noch etwas essen und einige Gespräche führen, bevor wir müde wieder ins Hotel zurückfuhren. (SJ)

Montag, 23. Oktober 2017

Im Tonstudio des Radiosenders AFROfm. Foto: Samuel Jersak..

Im Tonstudio des Radiosenders AFROfm. Foto: Samuel Jersak.

Der Tag gestern war prall gefüllt mit Begegnungen und Erlebnissen:

Nach dem dringend benötigten Schlaf starteten wir um kurz nach 10 zum Radiosender AfroFM, wo wir zwischen 11 und 12 Uhr eine Stunde lang live auf Sendung waren mit einem Interview zu unserem Konzertprogramm. Am Ende führten wir zusammen mit dem Moderator noch einen kleinen Live-Jam auf.

Danach ging es (mit der üblichen afrikanischen Verspätung) direkt weiter zum stellvertretenden deutschen Botschafter Matthias Schauer. Er ist seit 14 Monaten mit seiner Familie in Addis und lebte vorher in Berlin. Wir bekamen ein leckeres Mittagessen und hatten eine sehr gute Begegnung!

Mit weiterer Verspätung, die sich durch die ewigen Staus bei der Fahrt noch steigerte, kamen wir gegen 15.30 h in der lutherischen Mekane Yesus-Schule an, einer Kirchenmusikhochschule für Jazz. Dort performten wir zwei Songs, hielten Workshops für unsere Instrumente und fanden sehr aufgeweckte und wissbegierige Studenten vor. Im Anschluss schauten wir das Studio der Hochschule an und probten mit Mulugeta, unserem Gastschlagzeuger für das morgige Konzert.

Erschöpft waren wir um 19 h wieder im Hotel zur Erfrischung, denn um 19.30 h ging es bereits weiter zum äthiopischen Abendessen und Besuch einer Jamsession im Fendyka, einem der angesagten  Jazzclubs der Stadt.

Müde, aber voller guter Eindrücke vom Tag landeten wir gegen Mitternacht wieder im Hotel. (SJ)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Auf den Spuren der Reformation in Afrika: Martin Simon, Sarah Kaiser und Samuel Jersak. Foto: Privat.

Auf den Spuren der Reformation in Afrika: Martin Simon, Sarah Kaiser und Samuel Jersak (v.l.n.r.). Foto: Privat.

Auf Einladung der deutschen Botschaften in Zusammenarbeit mit den deutschen evangelischen Gemeinden bin ich diese Woche gemeinsam mit der Sängerin Sarah Kaiser und dem Bassisten Martin Simon in Äthiopien und Kenia unterwegs.

Wir werden dort unser aktuelles Konzertpogramm "Freiheit – auf den Spuren Martin Luthers" zur Aufführung bringen. 

Nach einem Konzert am Samstag in Kassel sind wir gestern morgen um 6 Uhr aufgebrochen, um von Frankfurt über Istanbul nach Addis Abeba zu reisen. Dort kamen wir ziemlich erschöpft gegen Mitternacht an.

Julia Hüttenrauch, eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft, nahm uns in Empfang und brachte uns zu unsrem Hotel, wo wir eine kurze, aber dringend benötigte Bettruhe genossen.

Wir freuen uns sehr auf diese Woche und sind gespannt, was uns erwartet. Wir berichten.

Samuel Jersak

Letzte Änderung am: 28.10.2017